5 regionale Superfoods - Ein Blick in die Umgebung

Wir lieben unsere Superfoods aufgrund deren individuellen, hoch komplexen Nährstoffzusammensetzungen und dem Nutzen, den sie - verglichen mit anderen Lebensmitteln - bringen. Sie können wach machen, eine anfliegende Erkältung im Keim ersticken oder aber auch einfach mehr Kraft für den Alltag spenden. 

Viele sind ja der Meinung, dass Superfoods immer aus fremden und entfernten Ländern kommen (müssen), um sich Superfood nennen zu dürfen. Dem ist definitiv nicht so, denn es gibt bei uns in Deutschland genauso richtig gute Lebensmittel, die aufgrund der Nährwertkonstellation durchaus als Superfood bezeichnet werden dürfen. Meist reicht auch einfach nur ein Blick in den Gemüsegarten ;-). Wir haben euch daher hier einmal unsere 5 beliebtesten, regionalen und heimischen Superfoods zusammengetragen:

1. Brokkoli

Naja wir müssen zugeben, Brokkoli ist nicht jedermanns/-fraus Sache. Wenn man sich aber einmal näher die Inhaltsstoffe ansieht, sollte Brokkoli auf keinem ausgewogenen Speiseplan fehlen. Er enthält unter anderem:

- Calcium

- Kalium

- Schwefel

- Carotin (Provitamin A)

- Vitamin B1, B2, B3, B5, B6, B9, B12

- Vitamin C

- Aminosäuren

- Viele sekundäre Pflanzenstoffe

Brokkoli beinhaltet auch anti-karzinogene Verbindungen – darunter Beta-Carotin, Selen, Sulforaphan, Zink, Glucoraphanin und bestimmte Aminosäuren. Diese Inhaltsstoffe können dabei helfen, krebsfördernde Verbindungen aus dem Körper zu verbannen und Entzündungen vorzubeugen. So tragen sie effektiv zur Gesundheit bei.

Vitamin C, Schwefel und Aminosäuren unterstützen den Körper bei der Abwehr gegen freie Radikale. Innerlich werden so Giftstoffe aus dem Körper geschwemmt, das Blut gereinigt und Hautproblemen entgegengewirkt. Auch Falten können so geglättet und Haarwurzeln gestärkt werden.

Damit alle wichtigen Inhaltsstoffe so gut es geht im Brokkoli enthalten bleiben, sollte man ihn nicht zu lange und zu sehr erhitzen. Daher die Kohlart nur kurz kochen bzw. dämpfen oder direkt als Rohkostsalat verzehren. So ist dann auch sichergestellt, dass der Brokkoli seine gesunden Nährstoffe behält und somit auch ein Superfood bleibt.

2. Leinsamen

Für viele sind Leinsamen DIE Alternative für Chia Samen. Leinsamen und Chia Samen ähneln sich in deren Zusammensetzung sehr. Beide sind reich an Omega-3-Fettsäuren, Proteinen und Ballaststoffen.

Leinsamen enthalten wichtige Mineralstoffe wie Zink, Kalium, Magnesium und Phosphor. Schleimstoffe bzw. Lignane befinden sich zudem direkt unterhalb der Samenhülle. Um also die Quelleigenschaft von Leinsamen nutzen zu können, müssen sie vor dem Verzehr geschrotet werden. Dann sind sie allerdings auch nicht mehr lange haltbar und sollten zügig verzehrt werden, damit sie nicht ranzig werden. Chia Samen besitzen diese Quelleigenschaft schon von vornherein und müssen vorher nicht geschrotet oder gemahlen werden.

Am Rande sei erwähnt, dass Chia Samen eine höhere Konzentration an Antioxidantien sowie Omega-3-Fettsäuren bieten und wesentlich länger haltbar sind, ohne ranzig zu werden.

Nichts desto trotz unterstützen Leinsamen ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl und sind damit auch ideal zur Gewichtsabnahme oder -erhaltung geeignet.

3. Grünkohl

Die Inhaltsstoffe im Grünkohl wirken basisch, sprich sie können den Säure-Basen-Haushalt im Körper regulieren. Er ist reich an Calcium, Eisen, Eiweiß, Vitamin C und Antioxidantien. Grünkohl wird heutzutage sehr häufig auch als Alternative zu tierischem Eiweiß verwendet, da er durchschnittlich Eiweißwerte von 4,5 Gramm / 100g erreicht. Wie beim Brokkoli findet man auch hier viele sekundäre Pflanzenstoffe. Darüber hinaus gibt es weitere Nährstoffe, die den Cholesterinspiegel regulieren können. Besonders gut schmeckt Grünkohl direkt nach dem ersten Frost, da hier ein Teil der enthaltenen Stärke im Grünkohl bereits zu Zucker umgewandelt wurde. Trotz dem Zuckergehalt ist der Grünkohl mit nur durchschnittlich 87 kcal / 100g sehr kalorienarm.

Damit auch alle wichtigen und gesunden Nährstoffe enthalten bleiben, sollte Grünkohl entweder roh oder nur leicht erhitzt werden. Die meisten werden wahrscheinlich die bekannteren norddeutschen Gerichte für Grünkohl kennen, wie z.B. Grünkohl mit Pinkel (Grünkohl mit fetten Würsten). Hier wird das Kohlgemüse allerdings normalerweise länger geschmort und ist daher in Verbindung mit den extrem fettigen Würsten nicht mehr wirklich gesund und nährstoffreich. Wir verwenden Grünkohl daher mit Vorliebe für grüne Smoothies oder verarbeiten ihn zu gesunden Chips weiter. 

Für Chips einfach die Blätter großzügig vom Strunk entfernen, waschen, gut trockenen, mit einer beliebigen Ölmarinade vermischen und dann bei 130° Umluft für ca. 30-40 Minuten im Ofen backen. Am knusprigsten werden sie, wenn man zwischendurch den Ofen kurz öffnet, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.

4. Brennnessel

Vielen ist es wahrscheinlich schon passiert. Man läuft nichts ahnend durch den Wald oder eine Wiese und hat das Gefühl, dass die unliebsamen Pflanzen nur darauf warten, dass man sie streift – oft genug ging es mir so und ich durfte mich mit Brennen und Jucken arrangieren. Auch im Garten waren mir Brennnessel immer ein Dorn im Auge, da es ja Unkraut ist, nicht wahr?

Von wegen! Brennnesseln können soviel mehr. In ihnen steckt extrem viel Eisen, ca. doppelt soviel wie in Spinat. Der hohe Calcium, Vitamin C sowie A, Kalium und Natrium Gehalt machen die brennenden Nesseln zudem zu echten Immunboostern! Durch die Inhaltsstoffe wird die Brennnessel häufig für Detoxkuren eingesetzt. Sie regt den Stoffwechsel an und fördert die Reinigung von Galle und Leber. In der Naturheilkunde wird sie auch als Entzündungshemmer eingesetzt, insbesondere als begleitendes Kraut zur Behandlung bei Arthrose.

Wir empfehlen bei der Ernte Gummihandschuhe zu tragen und nur die frischen, kleinen Blätter abzuzupfen. Diese sind nicht so fasrig wie die Großen. Bei Regen oder direkt danach wirken die Nesselhaare nicht mehr und könnten theoretisch auch mit bloßen Händen gepflückt werden.

Die Brennnesselblätter eignen sich ideal als Salat oder in grünen Smoothies. Keine Sorge, durch Dressing oder in Verbindung mit anderen Flüssigkeiten geht die Nesselwirkung verloren. 

Zubereitet wie Spinat kann man Brennnessel auch ideal zu Gerichten kombinieren. Hierbei wieder darauf achten, dass die Nesseln nicht zu lange garen, damit die Nährstoffe enthalten bleiben.

5. Walnuss

Walnüsse liefern viele ungesättigte Fettsäuren (den höchsten Gehalt an Linolensäure unter den Nüssen), Vitamine und Mineralien. Die Nüsse besitzen einen hohen Fettgehalt und liefern somit viel Energie. Auch der Eiweißanteil mit durchschnittlich 15% ist nicht zu unterschätzen.

Praktisch, dass die Walnüsse wie kleine Gehirne aussehen. So kann man sich gut merken, dass sie ein ideales Brainfood sind. Sie halten unser Gehirn fit und schützen es – dank dem hohen Gehalt an B-Vitaminen. Vitamin B6 hilft dabei, sich besser zu konzentrieren und steigert die Leistungsfähigkeit, wohingegen Vitamin E Schutz gegen Gefäßverkalkung bietet.

Die Nährwertkonstellation kann zudem zu einer verbesserten Herzgesundheit beitragen und den Cholesterinspiegel positiv regulieren.

Am besten genießt man Walnüsse roh, über Salate gestreut, in Backwaren oder in Gerichten.

 

Natürlich gibt es viele weitere regionale Superfoods, wie z.B. Heidelbeeren, Sauerampfer, Hagebutten oder Kräuter. Über alle zu schreiben, würde hier allerdings etwas den Rahmen sprengen. Schaut immer mal wieder auf unserem Blog vorbei, wir werden in Zukunft sicherlich weiter über regionale Superfoods schreiben.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.