5 heimische Heilkräuter zum selber pflücken – Die wilde Apotheke

Heil- und Wildkräuter wachsen fast überall – und werden kaum beachtet. Zeit also, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzten. Denn: Wildkräuter besitzen ein breites Spektrum an Nährstoffen, laufen so manchem Kulturgemüse damit den Rang ab und sind zudem KOSTENLOS! Nicht umsonst werden sie seit Jahrhunderten, wenn nicht gar Jahrtausenden in der Volksmedizin verwendet.

Da manche Wildkräuter auch giftige Doppelgänger besitzen, haben wir dir fünf gängige Heilkräuter herausgesucht, bei welchen du keine Angst haben musst, dass sie giftig sein könnten.

1. Brunnenkresse

Brunnenkresse ist ein tolles Wildkraut, reich an Mineralien, Vitamin C und Beta-Carotin (Vitamin A). Wir lieben diesen scharfen, leicht bitteren Geschmack! Als Zugabe zu Salaten, Frischkäse oder auch grünen Smoothies eignet sich Brunnen- bzw. Wasserkresse sehr gut.

Man sagt ihr nach, dass sie den Stoffwechsel ankurbelt, unser Blut reinigen kann und leicht antibiotisch wirkt. Von großen Massen an Brunnenkresse sollte man allerdings Abstand nehmen – ein Zuviel kann die Magenschleimhaut und die Nieren leicht reizen. Schwangere sollten daher vorsichtshalber auf dieses Kraut verzichten. 

In der Volksmedizin wurde sie unter anderem gegen Husten, Rheuma und Gicht eingesetzt. Im Ayurveda verwendet man sie für Muskelschmerzen und Durchfall. 

Bei der Zubereitung ist darauf zu achten, Brunnenkresse gut abzuwaschen und sie mit weiteren Vitamin C-haltigen Lebensmitteln (z.B. Paprika) zu kombinieren. Häufig misst man nämlich einen erhöhten Nitratgehalt in diesem Kraut. Die Zugabe von diesem Vitamin hemmt die Nitratumwandlung in unserem Körper – teilweise wird Nitrat nämlich im Verdauungstrakt in krebserregende Nitrosamine umgewandelt.

Man findet Brunnenkresse an klaren, sauberen Bächen, Flüssen und Seen. Meist im Halbschatten. Am besten erntet man die jungen Triebe noch vor der ersten Blüte im Juni. Dann sind die Blätter nicht zu scharf und saftig.

2. Spitzwegerich

Spitzwegerich ist vor allem für seine schleimlösende und hustenlindernde Wirkung bekannt. Die Pflanze ist darüber hinaus aber auch sehr gut verträglich, regt den Stoffwechsel an, unterstützt eine gute Wundheilung und wirkt harntreibend. Durch den Wirkstoff Aucubin wirkt Spitzwegerich auch antibiotisch und hemmt dadurch Entzündungen im Körper.

Die im Spitzwegerich enthaltene Kieselsäure festigt Gewebe, die enthaltenen Schleimstoffe schützen unsere Lungen und helfen bei schmerzendem Husten. 

Die Pflanze lässt sich aber nicht nur innerlich anwenden. Äußerlich angewendet z.B. bei Insektenstichen oder Brennnessel-geplagter Haut, dient sie perfekt als kühlender Verband. Dafür einfach nur ein Blatt des Spitzwegerichs in den Händen leicht zerreiben und die juckende bzw. schmerzende Hautstelle damit abreiben.

Diese Pflanze eignet sich zudem als frische Beilage in Salaten, als Tinktur oder als Sirup. Spitzwegerich wächst an Wiesen und Wegrändern.

3. Frauenmantel

Wie der Name schon verrät, ähneln die Blätter des Frauenmantels einem gefalteten Umhang, wie ihn Frauen früher trugen. Frauenmantel ist heute noch als Frauenheilmittel bekannt und wird bei Menstruations- und Wechseljahrsbeschwerden angewendet. Auch soll die Pflanze bei leichten Durchfällen helfen und durch ihre blutreinigende Wirkung auch für die Behandlung von Krampfadern.

Frauenmanteltee gilt als universelles Heilmittel. Vor allem in der Schwangerschaft wird er gerne und häufig verwendet, um die Beckenorgane zu kräftigen und das Risiko einer Fehlgeburt zu senken. Eine Teekur soll auch bei unerfülltem Kinderwunsch helfen und das Einnisten der Eizelle in der Gebärmutter erleichtern.

Die Blätter enthalten unter anderem Bitterstoffe, Flavonide, Saponide Gerbstoffe, Linolsäure, Lecithin und ätherische Öle. Da die Pflanze einen hohen Anteil an Gerbstoffen besitzt, sollte man sie nicht zusammen mit anderen Arzneimitteln einnehmen – dies kann zu Magenbeschwerden führen. Einige Menschen vertragen einen hohen Anteil an Gerbstoffen nämlich nicht.

Beim Pflücken des Frauenmantels ist zu beachten, dass man nicht alle Blätter entfernt, damit die Pflanze auch noch weiterwachsen kann. Wenn der Frauenmantel blüht, ist der perfekte Zeitpunkt zum Ernten (Mai und Juni). Die Frauenmantel-Blätter werden kleingeschnitten und dann an einem luftigen Ort getrocknet. Aufbewahren kannst du die getrockneten Blätter in normalen Schraubgläsern. Verwende für den Tee 1 EL Kraut und übergieße es mit 250ml kochendem Wasser. 6-8 Minuten ziehen lassen. Wenn du Frauenmantel als Kur einsetzten willst, dann trinke täglich 3-4 Tassen vom Tee.

Frauenmantel findest du auf feuchten Wiesen, in Gräben und im Wald auf Lichtungen.

4. Löwenzahn

Löwenzahn gibt es in Hülle und Fülle und man findet ihn so gut wie überall. Er schmeckt leicht bitter und beinhaltet Carotinoide, Vitamine, Mineralstoffe, Flavonoide und Inulin (letzteres in der Wurzel).

In der Naturheilkunde wird Löwenzahn gegen Kopfschmerzen eingesetzt und verhilft nach einer langen, alkoholbegleitenden Nacht den Kater am nächsten Morgen zu lindern. Er regt die Durchblutung an und unterstützt somit auch den Abtransport von Giften im Bindegewebe. Generell wird er daher auch gängiger weise als Stärkungsmittel (ähnlich Ginseng) verwendet, um Schwächen im Körper auszugleichen.

Man geht zudem davon aus, dass durch die Anregung der Gallensaftproduktion Gallensteinen entgegengewirkt werden kann. Durch die erhöhte Gallentätigkeit regt Löwenzahn zudem den Appetit an. Bei einem Blähbauch trägt er dazu bei, das unangenehme Völlegefühl zu bekämpfen.

Löwenzahn kann als Salat, Tee, Frischpflanzenpresssaft oder als Tinktur verwendet werden. Für einen Tee verwendest du am besten die Wurzel. Diese beinhaltet noch mehr Nährstoffe als die Blätter, wobei die Blätter natürlich auch für einen Tee verwendet werden können. Verwendest du die Wurzeln, dann sammle diese noch vor der Blüte. Reibe sie trocken ab, schneide sie in Stücke und lasse sie einige Tage trocknen. 2 EL Wurzel dann über Nacht in kaltem Wasser einweichen und am nächsten Tag kurz aufkochen. 

Äußerlich wirkt Löwenzahn auch ideal gegen Warzen und Hornhaut. Dafür einfach 3-4 mal täglich den austretenden, weißen Pflanzensaft aus den Blättern auf die betroffene Hautstelle auftragen. Nach ein paar Wochen verschwinden Warzen und Hornhaut wie von selbst.

5. Holunder

Sowohl die Blüten, als auch die Beeren haben sich einen Platz in unserer Rangliste verdient. Im Frühling und Frühsommer riechen wir sie überall: die Holunderblüten. Sie sind weiß, sehr empfindlich und man sollte sie am besten Ernten, wenn es gerade trocken ist.

Aus den Holunderblüten kann man hervorragenden Tee selbst herstellen. Dieser wirkt schweißtreibend und unterstützt die Heilung bei Infektionen, wie z.B. der Sommergrippe. Zusätzlich wird der Kreislauf gestärkt, der Stoffwechsel gefördert und die Nierentätigkeiten angeregt. Aber nicht nur als Tee zubereitet schmecken Holunderblüten sehr gut. Man kann sie auch in Teig ausbacken, zu Marmelade verarbeiten oder als Sirup einkochen.

Die Blüten beinhalten Flavonoide (z.B. Rutin) sowie organische Säuren und Schleimstoffe.

Die Beeren trägt der Holunder im Herbst. Sie sind schwarz und schmecken süß-säuerlich. Zu den Inhaltsstoffen zählen auch hier Flavonoide wie Rutin und Hyperosid. Vitamin C, B-Vitamine und Folsäure sind zudem auch noch in den schwarzen Beeren enthalten. Vorsicht ist bei noch etwas unreifen Früchten geboten, denn diese enthalten Sambunigrin, welches Blausäure freisetzten kann. Um daher Erbrechen und Übelkeit vorzubeugen, sollte man die reifen Früchte kochen, um sie bekömmlicher zu machen.

Wild- und Heilkräuter wann und wo sammeln?

Wildkräuter sammelt man ab besten am frühen Vormittag. Hier sollte man darauf achten, dass man keine Kräuter mitnimmt, die an viel befahrenen Straßen, an Hunde Treffs oder an mit Vieh bewirtschafteten Feldern wachsen. Auch um Ackerflächen sollte man einen Bogen machen, da diese oft mit Düngern und Pflanzenschutzmitteln bearbeitet worden sind. Geeignet sind Wald und Wiesen, die etwas entlegener sind.

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